Willkommen auf den Seiten des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD)

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

Hannah: Ich habe Förderpädagogik im Bachelor studiert und beschlossen danach ein Jahr Auszeit zu nehmen, um weitere praktische Erfahrungen im sozialen Bereich, und speziell in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen, zu sammeln. Dabei habe ich mir das Land Israel ausgesucht, weil mich dieses schon immer durch seine kulturelle und religiöse Vielfalt fasziniert hat und man gerade als Deutsche/r dem Land mit einer historischen Verantwortung gegenübersteht.

Emily: Letztes Jahr schloss ich meine Fachhochschulreife im Bereich Gesundheit und Pflege ab. Mir war schon immer klar, dass ich ein Freiwilliges Jahr machen werde und das auch im sozialen Bereich. Durch viele verschiedene Praktika und Ferienjobs mit mehrfachbehinderten Menschen sah ich, dass mir diese Arbeit sehr liegt und ich sie mit sehr viel Freude bereitet.

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

Shalam aus Jerusalem!

Seit Ende August 2017 leben wir gemeinsam in Jerusalem und absolvieren unseren Freiwilligendienst in einer Einrichtung für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen. Wir wohnen zu viert in einer recht großen Wohnung, Doppelzimmer (kommt darauf an wie viele Volontäre es sind), große Terrasse, auf der man in einer Hängematte entspannen kann, nette Nachbarn und eine gut ausgestattete Küche. Die Wohnung befindet sich nicht direkt in der Innenstadt sondern in Gilo, einer von der UN nicht anerkannte Siedlung. Das bedeutet, dass man zwar einen wunderschönen Blick auf Bethlehem hat, aber dass wir dadurch indirekt in den Konflikt zwischen Israel und Palästina reingerutscht sind.

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

Der Blick aus unserer Wohnung über Bethlehem

Die Wohnung liegt nicht direkt bei unserer Abreitstelle, ist aber unmittelbar zu erreichen (20 Minuten zu Fuß). Dadurch behält man seinen eigenen Freiraum und hat somit eine Distanz zur eigentlichen Arbeit. Das monatliche Gehalt beträgt 1460 Shekel (ca. 350€). Von diesem Geld muss man lernen sich selbst zu versorgen (Lebensmittel, Busticket, Dinge für den Haushalt etc.) Da die Lebensmittel sehr teuer sind, muss man selbst einschätzen können, wie viel man für was ausgibt. Doch dafür lernt man eigenständig und sparsam zu leben. Dennoch besteht die Möglichkeit während der Arbeitszeiten in der Einrichtung mitzuessen.

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

Unsere Wohnung

Arbeit:
Unsere Organisation nennt sich Shekel und das Office befindet sich im nächstgelegenen Stadtteil von Jerusalem. Wir arbeiten in einem Apartment, in dem sechs Frauen zwischen 20 und 50 Jahren betreut werden. Alle sind in ihren motorischen Fähigkeiten sehr eingeschränkt, weswegen sie alle in Rollstühlen sitzen. Unsere Arbeit setzt sich hauptsächlich aus pflegerischen Tätigkeiten zusammen (Duschen, Schutzhosen wechseln, Unterstützung beim Essen etc.) Ebenso geben wir eine Hilfestellung bei verschiedenen Förderungen, die speziell für die Residents entwickelt sind. Beispielsweise sind wir einmal in der Woche eingeplant bei der Physiotherapie, die im Pool stattfindet. So ist das Ganze auch mit Spaß verbunden.

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

An Purim ist unsere Wohnung königlich geschmückt

Was weiterhin ein besonderer Teil der Arbeit ist, ist die Menschen in der Einrichtung näher kennenzulernen und ein gegenseitiges Vertrauen mit ihnen aufzubauen. Dazu kommt noch, dass die Vielfalt an Sprachen, speziell in unserem Apartment, sehr groß ist. Neben hebräisch wird englisch und deutsch verstanden oder gesprochen, sowie Gebärdensprache außerdem eine wichtige Rolle spielt. Die Arbeitszeiten teilen sich in Morgenschicht (6-9 Uhr) und Nachmittagsschicht (2-8 Uhr) auf, wobei wir jedes Wochenende zum Reisen nutzen konnten und auch unter der Woche genügend Freizeit hatten.

Seminare vor Ort:
Insgesamt besuchten wir 4 Mehrtagesseminare im Ruthenberg Institut in Haifa. Von der Shoah und Terror über Kunst und Kultur bis zu dem friedlichen Zusammenleben verschiedener Gruppierungen in Israel, gab es einen kompakten Überblick unterschiedlicher Thematiken. Generell sind die Seminare sehr interessant, vielfältig und wertvoll für die Zeit in Israel. Silvi, unsere pädagogische Betreuung vor Ort, ist voller Elan und bringt den Volontären das Land so nah wie möglich. Egal was für ein Problem vorliegt, ob WG oder Arbeit, Silvi ist immer für einen da und leitet alles Notwendige ein. Auch wenn man ihr alles dreimal sagen muss, das ist aber die israelische Mentalität, kann man sich zu 100% auf sie verlassen.

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

Zweites Seminar: Bauchtanzkurs

Fazit:
Unsere bisherige Zeit war ein unvergessliches Abenteuer mit all seinen Höhen und Tiefen. Die Residents haben wir so sehr ins Herz geschlossen, dass der zukünftige Abschied uns jetzt schon schwer fällt. Ebenso ist das Judentum mittlerweile ein Teil von uns, da wir jede Menge Feiertage miterleben durften und gerade in Jerusalem man um das Thema Religion nicht herum kommt. Man hat außerdem viele Möglichkeiten zu reisen, da das Land recht klein ist und man doch so vieles zu entdecken hat. Um das Land in seiner Komplexität zu verstehen, muss man die Menschen, die hier leben, kennenlernen und sich ihre Geschichten anhören.

Emily und Hannah / IJFD SHEKEL in JerusalemEmily und Hannah / IJFD SHEKEL in Jerusalem

Wenn es weitere Fragen gibt könnt ihr euch sehr gerne bei uns melden. Wir beantworten gerne eure Fragen.

emilywernz@web.de – Ich bin bis November in Jerusalem
bierschenk.hannah@web.de – Ich bin noch bis Ende August in Jerusalem

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