Willkommen auf den Seiten des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD)

Helena / IJFD Maon Levzeller, Herzlijya

WG:
Untergebracht ist man mit drei bis vier Freiwilligen in einer Wohnung auf dem Gelände der Einrichtung. Es gibt zwei Schlafzimmer mit jeweils zwei Betten und ein sehr kleines Gästezimmer mit einem weiteren Bett. Außerdem zwei Toiletten, ein Badezimmer mit Dusche und einen kleinen Raum mit Waschmaschine, Trockner u.Ä. Hauptsächlich halten wir uns jedoch im Wohnzimmer auf. Dort gibt es zwei Sofas, Tische und Fernseher und in dem Raum befindet sich auch die Küche.

Insgesamt ist alles in einem guten Zustand und so gut wie alles vorhanden. Wir haben vor Kurzem sogar vier neue Fahrräder für die Freiwilligen bekommen. Es bedarf nur ein bisschen Kreativität, damit es nicht so kahl und unwohnlich ist.

Letztlich hängt das WG-Leben natürlich von den Mitbewohnern ab, mit denen ich Riesenglück hatte.

Die Einrichtung befindet sich in Herzliya. Man ist eine Busstunde von Tel Aviv entfernt und 45 Minuten Bus bzw. 30 Minuten Fahrrad fahren vom Strand, der einer der schönsten in Israel sein soll.

In Herzliya Pituach, dem Reichen- und Touristenteil, gibt es einen schönen Hafen mit einigen Bars und Restaurants.

Sonst hat die Stadt ehrlich gesagt nichts Besonderes zu bieten, hat aber alles, was man braucht (Supermärkte, viele Parks, Cafés, eine größere Mall, Fitnessstudios usw.)

Sonstiges:
Essen wird gestellt. Das heißt einerseits, dass man bei jeder Mahlzeit in der Kantine der Einrichtung essen kann. Andererseits bekommt man wöchentlich Dinge wie Obst, Milch, Brot, Käse,… und einmal im Monat haltbare Sachen (Mehl, Zucker, Nudeln, Reis,…). Wenn man will, kann man also vollkommen mit dem Essen der Einrichtung auskommen.

Immer für zwei Monate bekommen wir einen Check über 1500 Shekel. Wann man den bekommt, ist immer so ein bisschen Überraschung. Aber man bekommt das Geld auf jeden Fall (irgendwann).

Zu Beginn hatten wir einen Sprachkurs, der zwei Mal wöchentlich mit anderen Freiwilligen in einer Einrichtung, die 45 Minuten Busfahrt von Herzliya entfernt ist, stattfand. Aufgrund persönlicher Differenzen mit dem Sprachlehrer endete dieser jedoch leider nach einem halben Jahr.

Es ist also nicht klar, ob es für den nächsten Jahrgang einen Kurs geben wird.

Ein großer Vorteil ist außerdem, dass, so oft wie gewünscht, die Putzkräfte der Einrichtung die WG putzen.

Arbeit:
Jeder Freiwillige wird einer Gruppe Behinderter zugewiesen, die nach Geschlecht und Grad der Behinderung in „Häuser“ unterteilt sind.

In meinem Haus, Tavor, wohnen 17 Frauen, die verglichen mit den anderen Bewohnern der Einrichtung relativ stark behindert sind. Die Behinderungen reichen von Down-Syndrom über diverse Entwicklungsstörungen bis zu Autismus.

Ich arbeite 5 Tage in der Woche, wobei die Wochentage, sowie die Schichten variieren.

Die Frühschicht (6:30-13:30) beginnt mit der Morgenroutine. Ich helfe beim Windeln wechseln, Anziehen und hinterher beim Frühstück beim Austeilen des Essens und gegebenenfalls beim Füttern. Nach dem Essen geht die Gruppe in eine „Klasse“. Dort wird der Vormittag mit Kunst- und Musikprojekten verbracht. Meine Arbeit besteht meist darin, mit den Mädels im Park gegenüber der Einrichtung spazieren zu gehen, mit ihnen zu basteln oder sie zum Pool zu begleiten.

Die Nachmittagsschicht (14:00-21:00) beginnt mit zwei Stunden Mittagsruhe. Dann gibt es einen Snack und der restliche Nachmittag wird mit Malen oder anderen Beschäftigungen verbracht. Nach dem Abendessen werden Alle bettfertig gemacht und danach kann ich meist schon gehen.

Jeden Dienstag fahre ich außerdem mit vier Bewohnern der Einrichtung zu einer Theatergruppe in Tel Aviv. Dort wird mit insgesamt ca. 20 Behinderten ein Stück geprobt und gelegentlich aufgeführt. Es ist unglaublich, wie viel Talent und Kreativität in den Schauspielern der Gruppe steckt. Dieser Tag macht mir immer sehr viel Spaß, allein schon, weil er etwas Abwechslung in die Arbeitstage bringt.

Insgesamt gehe ich sehr gerne zur Arbeit, da mir die Auseinandersetzung mit den Behinderten sehr viel Spaß macht und man immer wieder sehr lustige und herzerwärmende Momente erlebt. Trotzdem muss man sich vor allem zu Beginn erst mal an die Sprache, die Eigenarten der Mädels und an die ständige Lautstärke gewöhnen und außerdem selbst die Initiative ergreifen, um sich nicht zu langweilen.

DIV-Betreuung:
Die Betreuung durch den DIV findet hauptsächlich vor dem Auslandsjahr statt, während man noch in Deutschland ist. Bela kümmert sich darum, dass man alle Unterlagen abgibt und generell um alles Organisatorische vor der Abreise (Visum, Einrichtungsverteilung usw.).

Bei allen Fragen oder Problemen ist sie für einen da.

Vorbereitungsseminare:
Bei den zwei Vorbereitungsseminaren in Deutschlanderhält man einerseits einen Einblick in das Land Israel (Politik, Kultur, Religion,…) und andererseits in die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen wie Autismus. Die Seminare sind ein wenig trocken, aber lehrreich.

Außerdem kann man natürlich schon erste Kontakte mit den anderen Freiwilligen knüpfen.

Seminare vor Ort:
Bei den Seminaren in Israel trifft man auch auf die Freiwilligen der anderen Organisationen (DRK, ZWST). Gemeinsam hören wir Vorträge an und machen Workshops und Ausflüge.

Ich freue mich immer sehr auf die Seminare, weil es meist sehr interessante Themen und spannende Ausflüge sind, vor allem, weil die behandelten Themen für alle in Israel Lebenden allgegenwärtig sind.

Betreuung vor Ort durch Silvi:
Die Betreuung durch Silvi ist super.

Sie hat immer ein offenes Ohr für dich und man kann sich jederzeit mit einer Frage oder einem Problem an sie wenden.

Sie weiß über alles Bescheid und kann eigentlich bei allem weiterhelfen, auch wenn man sie manchmal noch ein zweites Mal ansprechen sollte. Sie ist halt Israeli.

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