Willkommen auf den Seiten des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD)

Lena und Karola / IJFD Levzelle in Herzliya 2019/2020

Liebe zukünftigen Voluntäre!

Wir ( Lena und Karola) absolvieren unseren Freiwilligendienst in einer Einrichtung für Menschen
mit geistigen und körperlicLiebe zukünftigen Voluntäre.

Wir ( Lena und Karola) absolvieren unseren Freiwilligendienst in einer Einrichtung für Menschen
mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen „Levzeller“ in Herzliya. Da wir zusammen
leben, uns ein Zimmer teilen, in der gleichen Einrichtung arbeiten und unsere Freizeit zusammen
gestalten, haben wir uns kurzerhand dazu entschieden, diesen Bericht zusammen zu schreiben, da
wir ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Mit folgenden Bericht möchten wir euch einen authentischen Einblick in das Leben in Israel geben
und euch an unserem Abenteuer teilhaben lassen. Besonders fokussieren wir uns jedoch auf unsere
Einrichtung, da dies persönliche nicht googlebare Erfahrungen sind. Wir können uns vorstellen,
dass ihr einige Fragen habt und hoffen, diese beantworten zu können.

Ankunft in Israel:

Unsere Zeit in Israel wurde mit dem Seminar in Haifa eingeleitet. Dies diente zur Vorbereitung und
klärte essentielle wichtige Fragen zu der Arbeit, Wohnsituationen und zudem beinhaltet es auch
einen Hebräischkurs, um Grundkenntnisse zu erlernen. Besonders wichtig war es für uns Freiwillige
uns eine israelische Simkarte zu holen, um Internet zu haben. Hier ist das Stichwort, GOLAN!
Günstiger, geht es nicht! Für 100GB Internet plus telefonieren und SMS 8 Euro im Monat. Zudem
organisierten wir uns auch eine RAV KAV, die wir zum Bus fahren benötigen. Auf diese läd man
Geld und kann damit dann fahren. Hierbei lernte man schnell die anderen Freiwilligen von
unterschiedlichen Organisationen kennen und konnte sich schnell vernetzen. Für uns hieß dies auch,
unsere zwei Mitbewohnerinnen kennenzulernen, welche mit der Organisation „ZWST“ in Israel
sind. Die Mädchen heißen beide Rebecca und sind super nett, was uns sehr erleichterte. Insgesamt
waren die Tage in Haifa sehr schön. Es war eine ausgelassene Stimmung und jeder hat sich gefreut
sein persönliches Israelabenteuer starten zu können.

Einrichtung Levzeller:

Zusammen mit den beiden Rebeccas wurden wir dann mit einem Taxi vom Seminar abgeholt und
zu unserer Einrichtung gefahren. Levzeller befindet sich in der Kleinstadt Herzliya, welche ca. 45
min mit dem Bus von Tel Aviv entfernt ist. Direkt bei der Einrichtung führt eine Straße lang
(Sokolvstreet), in der ihr alles bekommt,was man braucht. Zudem ist neben der Einrichtungen ein
super schöner Park, gerade im Sommer haben wir oft gepicknickt.
Schon im Taxi wurden wir von unserer Chefin angerufen und herzlich begrüßt. Diese Herzlichkeit
bestätigte sich auch bei unserer Ankunft. Die ersten Tage fühlen sich an wie Urlaub, da wir super
langsam an die Arbeite herangeführt wurden. Es lief alles nach dem Motto step by step. Levzeller
bietet schon seit über 10 Jahren jungen Menschen aus Deutschland an, in ihrer einrichtung zu
volontieren und für diese Erfahungswerte konnten wir uns sehr glücklich schätzen und hatten einen
super Start.

Tagesablauf:

Wir versuchen euch nun einen typischen Arbeitstag zu skizzieren, damit ihr einen groben Überblick
davon bekommt, was euch erwartet.
Um 6.45 Uhr klingelt der Wecker. Da wir in der Einrichtung in einem separaten Appartement leben,
ist unser Arbeitsweg echt kurz, was gut ist, wenn einem das Aufstehen mal etwas schwer fällt.
Um 7.00 fängt der Arbeitstag an. Wir Freiwilligen sind unterschiedlichen Häusern zugeteilt,
wodurch sich die Arbeit unterscheidet. Während sich unsere Arbeit auf leichte Aufgaben wie
Wecken, beim Umziehen helfen, Rasieren und Haare kämmen beschränken, ist der Morgenroutine
bei den anderen beiden Mädels etwas anders, was vor allem daran liegt, dass viele der Bewohner im
Rollstuhl sitzen und mehr Unterstützungen benötigen: Dadurch ist die Arbeit körperlich
anstrengender.

Frühstück:

Hiernach helfen wir Freiwilligen bei dem Frühstück. Dort helfen wir beim Essenportionieren und
anreichen und helfen anschließend, die „Friends“ in die Klassen zu bringen. Dann können wir selbst
frühstücken gehen.

Vormittag:

Der Vormittag unterschiedet sich bei uns stark. Während Lena fast ausschließlich ihren Vormittag mit ihrem Haus zusammen verbringt, ist Karola im Pool und assistiert bei dem therapeutischenSchwimmen. Ganz am Anfang werdet ihr gefragt, ob ihr bestimmte Fähigkeiten mitbringt, welcheihr in Levzeller einbringen möchtet . Hier zeigte sich, dass Lena sehr kunstorientiert ist, wodurchsie oft die Kunstlehrerin begleitet und bei ihren Arbeiten unterstütze. Da Lena auf Wunsch ihrer Chefin nun fast ausschließlich Zeit mit ihrem Haus verbringt, nutze sie diese Möglichkeit auch eigene Kunstprojekte zu organisieren, wodurch sie ihren “Friends” ein zusätzliches Angebot schenkt und sich selbst herausfordert, da es echt schwer is,t ein Projekt zu starten, wenn man die Sprache nicht spricht. Wenn man allerdings jeden Tag mit den gleichen Menschen verbringt, baut man eine Bindung auf, die durch das Schaffen gemeinsamer Projekte noch zusätzlich gestärkt wird. Am Ende sind beide Seiten immer sehr stolz auf das Geschaffene.

Karolas Tag sieht hier hingegen ganz anderes aus. Viele der Menschen mit Behinderung sind nicht nur geistig eingeschränkt, sondern sitzen auch im Rollstuhl oder haben Muskelerkrankungen, welche den Alltag für sie sehr erschweren. Daher können sie einmal die Woche in den Pool gehen, wo individuell mit Ihnen gearbeitet wird. Hierbei assistiert Karola. Zu beginn hieß dies erstmals viel zu schauen und Materialien, welche für die Therapie benötigt werden anzureichen. Die Kollegen im Pool sind super nett, sprechen gutes Englisch und sind sehr bereit ihr Wissen zu teilen, wodurch Karola einen Einblick in die unterschiedlichen Erkrankungen der Menschen, sowie Massagetechniken, die helfen, die Muskeln zu entspannen erlernte. Mit der Zeit kam aber auch die Verantwortung, wodurch Sie mittlerweile auch selber eine Stunde organisieren darf. Hier wird aber eher gespielt, da wie bei Lena das fehlende Hebräisch mit das größte Problem darstellt.

Um 12 Uhr können wir dann Mittagessen gehen, was wir meistens in der Einrichtung machen, da die Mittagespause zum selberkochen zu kurz ist. Hiernach helfen wir wieder beim Essen austeilen und begleiten die „Friends“ dann wieder in die Häuser und helfen bei pflegerischen Tätigkeiten, wie „ins Bett bringen“. Gegen 14 Uhr endet unser Arbeitstag und wir können unseren Feierabend genießen.

Freizeitgestaltung:

Unsere WG hat sich gemeinsam beim Fitnessstudio angemeldet, wodurch man uns nach der Arbeit oft beim Sport findet. Das Gym ist super güntig (25 euro im Monat) und befindet sich auf der Sokolvstreet nur 10 min zu Fuß von der Einrichtung entfernt. Karola spielt La Crosse, wodurch sie zweimal die Woche beim Training ist. Sie kann das sehr empfehlen, da es sehr gut ist unabhängig von der WG etwas zu haben, was man alleine macht, um sich nicht zu sehr zu nerven. Ansonsten bietet es sich im Sommer an zum Strand zu fahren. Dieser befindet sich in Herzliya Pituach und ist je nach Buslienie ca. 30- 40min entfernt. Die Einrichtung bietet auch Fahrräder an, welche wir allerdings noch nie benutzt haben. Da Israel sehr klein ist, lohnt es sich durchaus nach der Arbeit auch die anderen Volontäre in Tel Aviv/ Jerusalem oder Haifa zu besuchen. Herzliya kann sehr langweilig sein, es gibt mittlerweile nur noch eine gute Bar, die man an Shabbat (an Shabbat fahren keine Busse) zu Fuß erreichen kann und diese Bar ist ab 24 Jahren. Um Party zu machen, ist Herzliya also nicht geeignet. Jedoch ist Tel Aviv mit dem Bus nicht weit entfernt, wodurch dies für uns kein wirkliches Problem darstellt.

Probleme/ Tipps/ Anregungen

– es kann in der Einrichtung zu Missverständnissen durch die Sprachbarriere und durch die Israelischen Mentalität kommen. Es läuft nie etwas nach Plan und man muss Hartnäckig sein um Dinge zu bekommen, die man benötigt. Traut euch Dinge anzusprechen und nehmt es nicht persönlich, falls euch mal jemand an meckert, da die Israelis im Gegensatz, zu dem was wir kennen, sehr sehr sehr Direkt sind. In der Regel ist das aber nichts persönliches (:

– Es wird ein Sprachkurs angeboten, fragt direkt am Anfang danach! Man muss dort allerdings eine Stunde hinfahren und ist zusammen mit den Freiwilligen aus Kfar Saba

– Nutzt Facebook Gruppen wie „Secret Tel Aviv“ oder „Secret Herzliya“. Dort findet man von Nebenjobs wie Babysitten bis zu hinzu zu Fragen oder Empfehlungen und viele antworten.

– In Levzeller wird sich extrem gut um euch gekümmert! Wenn mal krank ist, wird mehrmals nach einem geschaut, man wird zum Arzt begleitet und man wird als die Kinder von Levzeller angesehen. Manchmal kann dies zu übervorsorglich sein, aber es ist eine sehr familiäre Atmosphäre

Da sich Karolas Aufenthalt zur Halbzeit neigt und Lenas Israel – Abenteuer bald zu Ende ist möchten wir euch folgendes mitgeben: Zunächst wird Vieles euch überfordern. Es ist ein neues Land, eine andere Kultur, eine neue Umgebung und viele neue Menschen. Vor allem wenn man keinerlei Vorerfahrungen mit Menschen mit Behinderungen hat, wird einem vieles zunächst komisch vorkommen. Es braucht vermutlich 1-2 Wochen bis ihr euch eingelebt habt und mit der Arbeit zurechtkommt. Wir können euch aber beruhigen. Denn es wird schnell alles selbstverständlich und die Menschen, die euch am Anfang so komisch vorkommen, wollt ihr am Ende nicht mehr missen wollen. Abschließend wollen wir uns bei dem Deutsch- Israelischen Verein bedanken, dass wir die Chance hier in Israel wahrnehmen konnten. Wir schätzen eure Arbeit sehr wert. (:

Liebe Grüße Lena & Karola
(Stand: vor dem Corona- Chaos )