Willkommen auf den Seiten des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD)

Swantje / Beit Hakeren, Rishon Lezion

Wohngemeinschaften:
Die Wohnung für die Volontäre ist direkt in der Einrichtung und verfügt über 2 Schlafzimmer, einen Salon mit Küche und ein Badezimmer; ist also für vier Freiwillige angelegt. Das Apartment war in einem gutem Zustand als wir angekommen sind. Die Küche war gut ausgestattet. Das Schlafzimmer verfügt über zwei Betten, einen Kleiderschrank und zwei kleine Kommoden.

In nicht allzu weiter Entfernung (etwa 15 Gehminuten) befindet sich das Zentrum von Rishon Lezion mit allen möglichen Einkaufsmöglichkeiten.Außerdem gibt es mehrere Bushaltestellen in der direkten Umgebung, wo u.a. Busse nach Tel Aviv (mit der schnellsten Linie ca.30 Minuten) oder Jerusalem fahren. Mit der Infrastrukturellen Anbindung der Einrichtung war ich sehr zufrieden. In der ersten 6 Monaten waren wir vier Freiwillige, zwei Mädchen und zwei Jungen. Das Leben in einer WG bringt einem auf jeden Fall viel bei und man lernt aufeinander Rücksicht zu nehmen. Außerdem lernt man gemeinsam Konflikte zu lösen. Als WG haben wir manchmal was zusammen unternommen. Was ich von Seiten von Hostels als sehr positiv empfunden habe, war, dass wenn wir Besuch hatten von Freunden oder Familie dieser herzlich willkommen geheißen wurde und es auch keine Vorschriften gab, wie viel Besuch wir haben dürften. Das habe ich nicht als selbstverständlich empfunden, da sich unsere Wohnung ja direkt auf dem Gelände der Einrichtung befunden hat. In der Wohnung und auch mit dem Umfeld war ich sehr zufrieden und ich habe mich wirklich wohl gefühlt. Auch fand ich nicht schlimm direkt auf dem Gelände der Einrichtung zu wohnen. Natürlich haben wir dadurch immer mal wieder die Friends gehört und konnten keine richtige Distanz zu unserer Arbeitsstelle herstellen, aber das fand ich nicht weiter problematisch, den dafür hatte man einen umso kürzen Weg zu Arbeit.

Arbeit:
In meinem Haus waren insgesamt 8 Autisten, die ich mitbetreuen musste.
Die eine Hälfte von ihnen war zum größten Teil selbstständig, die andere brauchte viel bis dauerhafte Unterstützung. Durch den Schichtplan hatte ich keinen regelmäßigen Wochenablauf, da ich manchmal am Wochenende arbeiten musste und meine freie Tage innerhalb der Woche lagen. Wenn ich unterhalb der Woche gearbeitet habe, war die erste Schicht am Tag die Wake-up Schicht um 6:30 Uhr. Diese Schicht dauerte nicht ganz zwei Stunden und man hat sich nach einer zeit daran gewöhnt, so früh aufstehen zu müssen. Weiter ging es dann an Nachmittag um 15:30 Uhr bis in der Regeln 21 Uhr. Innrehalb dieser Zeit musste ich pflegerischen Tätigkeiten nachkommen, wie die Frieds zu duschen, sowie war ich am Anfang des Jahres jedes Mal bei dem Aktivitäten dabei. Zudem habe ich die Arbeiter beim Abendessen unterstützt sowie dabei alle ins Bett zu bringen. Somit bin ich immer auf 7 Stunden arbeiten am Tag gekommen, nur halt in zwei Teile geteilt.

Innerhalb des Jahres hat sich meine Aufgabenverteilung dennoch verschoben, sodass ich immer mehr und mehr Verantwortung übernehmen musste. Während der zweiten Hälfte des Jahres musste ich mich eigentlich jeden Tag um die bedürftigeren Friends kümmern. Das lag auch daran, dass ich nicht mehr als zusätzliche Arbeitskraft eingesetzt wurde, sondern wie eine festangestellte Arbeiterin behandelt wurde.

Alles in allem hat mir Arbeit viel Spaß gemacht. Ich habe jeden meiner Friends sehr ins Herzen geschlossen und bin grundsätzlich gerne zur Arbeit gegangen. Es gab viele schöne Momente die mir im Kopf geblieben sind. Vor allem habe ich sehr viel von der Arbeit mitgenommen, was mir auch im späteren Leben helfen wird. Deshalb bereue ich es auch nicht, dass ich die Arbeit bis zum Schluss durchgezogen habe.

Sonstiges (Taschengeld, Sprachkurse, Selbstversorgung):
Bei mir in der Einrichtung bekam ein Volontär im Monat 1350 Shekel als Taschengeld. Davon mussten wir uns selbst mit Essen etc. verpflegen. Da die Lebensmittel in Israel sehr teuer sind, gab ich dafür auch recht viel meines Taschengeldes aus. Trotzdem bin ich mit dem Geld ausgekommen.
Das lag aber auch daran, das wir immer wenn wir arbeiten dort etwas essen konnten und wir somit nicht ganz so viel immer kaufen mussten. Auch konnten wir vom Hostel auch mal etwas Gemüse oder Obst bekommen, wenn dort etwas übrig blieb. Das war bei weitem nicht selbstverständlich und hat auch nicht jeder Mitarbeiter gemacht.

Ich finde es besser, wenn Freiwillige die Möglichkeit haben, sich mit dem Essengeld selber zu verpflegen, denn in der Einrichtung schmeckt das Essen bei weitem nicht immer und somit ist man nicht immer auf die Küche der Einrichtung angewiesen. Von Taschengeld blieb auch immer noch genug Geld übrig für Freizeit Aktivitäten oder Transportkosten.

Der Sprachkurs, war meiner Meinung nach recht enttäuschend, zumal er erst Ende November anfing. In den Monaten davor, wo wir nachgefragt hatten, wurde uns immer nur gesagt, dass ein Lehrer gesucht wird.
Letztendlich haben sie dieselbe Lehrerin wie aus Vorjahren genommen. Wir waren uns in zwei Gruppen geteilt, einmal diejenigen, die schon etwas konnten und dann diejenigen, die komplett bei null angefangen haben. Ich war in der Anfänger Gruppe und hatte das Gefühl, dass ich noch mehr hätte mitnehmen können. Deshalb gibt es meiner Meinung nach da noch Verbesserungspotenzial.

DIV-Betreuung:
Die Betreuung des DIV während meines Auslandjahres fand ich gut, gerade wenn ich mit anderen Organisationen vergleiche. Das fängt schon bei dem einfachen und unkomplizierten Bewerbungsverfahren an, bis hin zu der super Betreuung dann vor Ort. In Falle von Krankheit hatten wir eine gute Krankenversicherung. Die Leistungen, die wir erhalten haben, verglichen zu dem, was wir leisten mussten, waren wirklich großzügig.

Vorbereitungsseminare:
Die Vorbereitungsseminare in Gießen boten eine gute Möglichkeit, sich
schon einmal untereinander kennenzulernen. Ich fand es auch gut, dass es zwei kurze Seminare waren und nicht ein langes, denn dadurch hatte man dazwischen Zeit weiter Kontakt aufzubauen und den dann auf dem zweiten Seminar bzw. dann in Israel weiterzuführen. Von den Vorträgen hat man schon einen guten Überblick über das bevorstehende Jahr erhalten. Man konnte schon viel über das Land erfahren und die Komplexität des Konfliktes, aber auch viel über die Arbeit. Es wurde sich schon sehr auf die Arbeit mit Autisten konzentriert, was für mich persönlich gut war. Außerdem fand ich es gut, mit ehemaligen Freiwilligen sprechen zu können, da sie einem nochmal einen neuen Einblick geben konnten für das bevorstehende Jahr und sie einem auch schon viele hilfreiche Informationen geben konnten.

Seminare vor Ort:
Die Seminare in Israel waren immer ein Highlight. Ich habe immer darauf
gefreut, alle zu sehen und die Themen die besprochen worden sind waren sehr interessant. Beim ersten Seminar in Haifa stand noch sehr stark das Kennenlernen im Vordergrund. Meine Meinung nach, war es sehr gut, dass wir,  bevor wir in unsere Einrichtungen kamen, schon unser erstens Ankommen innerhalb einer schon vertrauten Gruppe hatten. Außerdem hatten wir auch hier Tolles Programm wie verschiedene Vorträge, aber auch etwas Auflockerndes wie einen Kurs für israelische Volkstänze. Somit hatten wir perfekten Ausgleich und neben dem Programm noch die Möglichkeit die Stadt selber ein bisschen zu erkundigen. Das nächste Seminar hatten wir
im November und es war spannend zu hören, was bei jedem einzelnen in den ersten Monaten passiert ist. Waren wir beim ersten Seminar in Haifa noch eine große Gruppe, wurde diese ab dem zweiten dreitägigen Seminar in zwei Gruppen geteilt. Das Programm bestand aus Vorträgen und einem Tagesausflug, sowie Abendprogramm. Den Ausflug fand ich sehr interessant, da man dadurch auch die Gelegenheit hatte mehrere Themen zu behandeln und auch einen Zusammenhang zwischen dem was wir vorher in Vorträgen gehört haben herzustellen.  Genauso liefen auch die anderen dreitätigen Seminare ab. Jedes Mal hatten wir viel Spaß und die Zeit war viel zu schnell vorbei. Im Zuge der eintägigen Seminare haben wir wichtige Themen besprochen wie u.a. einen Besuch in Yad Vashem. Durch die Seminare hat man die Möglichkeit erhalten, während seines Aufenthalts im Land noch viele Zusatzinformationen zu bekommen, sowie in direkten Kontakt mit verschiedensten Persönlichkeiten, wie z.B. einer Holocaustüberlebenden, zu treten. Die Erfahrungen haben das Jahr noch einmal bereichert.

Betreuung vor Ort durch Silvi:
Silvi haben wir schon bei unserem ersten Seminar in Gießen kennenlernen dürfen, was sehr hilfreich war. Sie war für mich in dem Jahr eine große Stütze, weil ich wusste, dass wenn ich Probleme habe ich mich immer an sie wenden kann. Silvi hatte immer ein offenes Ohr und hat auch sofort gehandelt und hartnäckig versucht meine Probleme zu lösen. Wenn notwendig ist sie auch zu uns in die Einrichtung gekommen. Zudem hat sie Seminare mit viel Aufwand gestaltet und wollte, dass wir eine schöne Zeit haben.

Außerdem hat sie sich sehr dafür eingesetzt, dass wir eine Social Workerin bekommen, was auch sehr geholfen hat. Man konnte sich zu jeder Uhrzeit an sie wenden und ihre Betreuung hat vieles vereinfacht und sie hat uns mit dem Seminaren viele schöne Momente ermöglicht.

 

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